merken
Bühne

Die Dreigroschenoper


Schauspielhaus Hamburg, Hamburg, Mi, 23.05., 20 Uhr

Wertung

So war’s

abstimmen

Tickets bestellen

Jarg Partakis "Dreigroschenoper" ist ein Hit. In dem steinigen Bühnenbild von Anna Börnsen konzentriert er sich auf die Charaktere und zeigt, dass Liebe auch heute noch ein Instrument zur Wahrung von Interessen ist, Armut zum Verrat von Idealen führt und das Böse immer noch gewinnen kann. Ein dickes Lob verdient sich die Schauspielhausband, die der Musik von Kurt Weill neues Leben einhaucht.

Drama, Schauspielhaus, Regie: Jarg Patarki. Mit: Tim Grobe, Katja Danowski u. a.

Informationen des Veranstalters

Ist die Dreigroschenoper noch zu retten? Als das Werk 1928 auf der Bühne des Theaters am Schiffbauerdamm in Berlin erschien, war es eine Sensation, unwiederholbar: in seiner Mischung aus Musik, die in ihren Mitteln so avanciert wie populär war, und einer, nun ja, lässig erzählten Geschichte, die sich nichts Geringeres vornahm, als den gesellschaftlichen Zynismus mit den Mitteln des Unterhaltungstheaters provokativ zu unterlaufen. Das Ergebnis ist bekannt: Erstickungstod durch Erfolg. Grund genug für den Versuch, dem Werk von neuem auf seine inhaltlichen Sprünge zu verhelfen. Wie? Durch ein Ur-Brechtsches Mittel: die Verfremdung. Anstatt im gefälligen Einklang mit dem Zynismus des Textes seine Pointen zu genießen, wollen wir Motivforschung bei den Figuren betreiben. Herausbekommen, was es wohl ist, das da in ihnen »lügt, hurt, stiehlt und mordet«, die alte Frage Büchners, seinem Danton in den Mund gelegt. Der Mensch ist ein Abgrund, die Welt sowieso: Aus den Comics kennen wir die Figur, die, meistens auf der Flucht, über einen Abgrund hinausgetragen wird. Und wehe, sie blickt hinab... So wollen wir die Dreigroschenoper erzählen. Die Geschichte eines Verbrechers, den fallen zu lassen sich die Gesellschaft gar nicht leisten kann, soll nicht das ganze System zusammenbrechen. Die Geschichte eines Kampfes aller gegen alle. Die Geschichte der (Z)Ersetzung von Liebe durch - Interessen. Im großen Reich der Verdinglichung. Eine Forschungsreise in den vermeintlich bekannten Kontinent eines Unterhaltungs-Klassikers. Ins Herz der Finsternis. Mit Musik.
 
Share/Save/Bookmark

Userbeiträge
Konzert
Party
Kultur
Stadtleben



›› Event eintragen
Kinoplaner