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Achtung, Talent!

Die jungen Wilden

Achtung, Talent! Diese sieben Kultur-Newcomer aus Hamburg sollten Sie unbedingt kennen. Denn eines haben sie alle gemeinsam: Sie werden noch für reichlich Gesprächsstoff sorgen.


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The Knights The Knights, Newcomerband (www.myspace.com/indicaplanet)
Woher wir sie kennen: Astra-Stube, Haus 73, Grüner Jäger, Uebel & Gefährlich und zahlreiche Stadtfeste: Kaum eine Location haben die vier Jungs noch nicht mit ihrem charmanten Indierock bespielt. Formiert haben sich Marvin Rinas (Gesang und Bass), Lennart Plutat (Gitarre), Paul Uhlig (Keyboard) und Al-Khouzama Sabour (Schlagzeug) bereits zu Schulzeiten, damals hieß ihre Band Indica. Jetzt, mit Mitte 20, passte der alte Sound nicht mehr. Als The Knights feierten sie im April mit neuer Rüstung und neuem Sound Bühnenpremiere.

Warum man sie kennen muss: Energiegeladener Sound trifft auf kluge Texte über die Liebe und andere Dramen des Alltags. Bei der "Coca Cola Soundwave Tour" schafften die vier es sogar unter die letzten zwölf Bands und durften auf dem Rock am Ring spielen.

Was sie auszeichnet: Mit Enthusiasmus und Ehrgeiz werkelten sie ein Jahr lang in Eigenregie an ihrem Debütalbum "Heart Of Gold". Alles wurde selbst geschrieben, produziert und finanziert, denn noch haben sie keinen Plattenvertrag. Doch der Einsatz hat sich schon gelohnt. Ihr Song "James Dean" ist zusammen mit Stücken von Kings Of Leon, Gossip, MGMT, White Lies und anderen Größen auf dem ersten Myspace-Sampler erschienen.

Zukunftsprognose: Ein Plattenvertrag. Wer so klingt und so hart und zielstrebig an seiner Karriere arbeitet, der hat es auch verdient.

Persönliche Empfehlungen für die Kultursaison 2009/ 2010: Die Knights freuen sich auf Musik aus der eigenen Stadt und aus der ganzen Welt. Besonders die kleinen Hamburger Liveclubs wie Grüner Jäger oder Molotow finden sie unterstützenswert. Denn dort beginnen Karrieren junger Bands - wie die der Knights.


Finn-Ole Heinrich Finn-Ole Heinrich, 27, Schriftsteller
Woher wir ihn kennen: Der in Cuxhaven geborene Autor und Filmemacher hat bereits zwei Bücher veröffentlicht. Seinem viel beachteten Erzählband "Die Taschen voll Wasser" folgte der nicht minder beeindruckende Roman "Räuberhände". In den letzten drei Jahren hat er allein neun Literatur- und Förderpreise gewonnen. Daher kennt man seinen Namen. Sein Gesicht kennt man von einer seiner Lesungen, da er sehr fleißig unterwegs ist.

Warum man ihn kennen muss: Weil seine klugen Geschichten zum Besten gehören, was aus Hamburg in die Literaturwelt geht. Und weil er nicht nur ein außergewöhnlicher Schriftsteller, sondern auch ein fantastischer Vorleser ist, sollte man ihn nicht nur kennen, sondern auch unbedingt zu einer seiner Lesungen gehen.

Was ihn auszeichnet: Er ist ein begnadeter Geschichtenerzähler der alten Schule. Für seine auf das Wesentliche reduzierten, keineswegs aber konstruiert wirkenden Erzählungen findet er stets Protagonisten, die mal harsch, mal einfühlsam, immer aber glaubwürdig sind. Genau wie die Situationen, in die er sie schickt.

Zukunftsprognose: Finn-Ole Heinrich selbst sieht sich in der Zukunft immer noch beim Mairisch Verlag, immer noch bei seinen Freunden im Norden, aber vielleicht ein bisschen mehr in der Hängematte als auf Lesetour. Wir sehen ihn indes in den Bestsellerlisten und hoffentlich weiterhin auf Lesetour.

Persönliche Empfehlungen für die Kultursaison 2009/2010: Das Harbour Front Literaturfestival, bei dem er auch selbst lesen wird ("Debütantensalon" auf der Cap San Diego / Luke 5, 19.9., 18 Uhr). Außerhalb Hamburgs: die Frankfurter Buchmesse, da der Mairisch Verlag zum ersten Mal einen eigenen Stand haben wird. Sein eigener Roman "Gestern war auch schon ein Tag" ist ab Oktober im Handel (Mairisch Verlag, 16,90 Euro)


Jörg Pohl Jörg Pohl, 30, Schauspieler (www.thalia-theater.de)
Woher wir ihn kennen: Aus den "Kleinen Fernsehspielen" des ZDF: "Nichts geht mehr" (2006) unter der Regie von Florian Mischa Böder und "Diamantenhochzeit" (2008) unter der Regie von Michael Kupczyk. Kupczyk führte auch 2004 Regie bei Jörg Pohls Kinodebüt "Nordstadt".

Warum man ihn kennen muss: Mit seiner Rolle des Konstantin in "Nichts geht mehr" erhielt er im vergangenen Jahr als erster Nachwuchsdarsteller den Max-Ophüls-Preis, obwohl der Film nicht im offiziellen Wettbewerb lief.

Was ihn auszeichnet: In ihrer Begründung für die Vergabe des Nachwuchsdarstellerpreises lobte die Jury die "schauspielerische Präzision und große Souveränität" von Jörg Pohl.

Zukunftsprognose: Glänzend. Bei seinem stringenten Karriereverlauf - vom Solopreis des Bundeswettbewerbs zur Förderung des Schauspielnachwuchses 2005 bis hin zu vier Jahren am Züricher Schauspielhaus - ist das Thalia Theater sicherlich nicht Endstation, sondern eine weitere Sprosse auf der Karriereleiter des 30-Jährigen, dessen Lieblingsstadt Hamburg ist, weil sie ihn "am wenigsten stört".

Persönliche Empfehlungen für die Kultursaison 2009/2010: Jörg Pohl freut sich auf den Abend "Erich Mühsam - kein Lampenputzer" im Polittbüro. Bei dem Konzert mit Lesung präsentieren Harry Rohwohlt, Frank Spilker, Knarf Rellöm und Thomas Ebermann Texte des 1934 im KZ Oranienburg ermordeten Aktivisten und Dichers Mühsam (2.10.). Empfehlenswert findet er auch die Projektionen und Super-8-Filme des Schweizer Aktionskünstlers Roman Signer, die noch bis 27.9. in der Kunsthalle zu sehen sind. Und sein Konzerttipp: Am 31.10. spielt im Hafenklang mit EA80 eine der dienstältesten Punkbands des deutschsprachigen Raums.


 
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