Abenteuertipp: Volunteering in Burundi
Tu Gutes und reise da rüber!
Ein junger Mensch kommt in das von Kriegen zerrüttete Burundi. In der Hauptstadt Bujumbura kümmert er sich um die, die am stärksten unter der Geschichte des Landes leiden müssen: die Kinder.
Philipp Ziser
Links und rechts neben der Straße, die vom Flughafen in die Stadt führt, verbrennen Bauern Haufen feuchten Grases, die Geruchsschwaden sind scharf und beißend. Männer, Frauen und Kinder versinken bis zu den Knien in sumpfigen Feldern. Ihre Gewänder sind bunt und leuchtend. Barfüßig, im Gänsemarsch, die Schulbücher auf dem Kopf balancierend gehen Schulkinder nach Hause. Unzählige Fahrradfahrer, ihre Vehikel mit Gemüse, Kanistern, Bambusstangen beladen, verstopfen die Straße. Wer Sophie erblickt, hält inne, betrachtet sie regungslos. Ihr ist das peinlich. Es wird eine ganze Weile dauern, bis sie versteht, dass sie nun die Exotin ist. Eine Woche verbringt sie bei der ausgebildeten Krankenschwester Stamm, die die junge Frau behutsam mit einer Welt vertraut macht, in der Leid und Armut der Menschen überall und immer präsent sind. Anschließend zieht Sophie in das Centre Uranderera - der Name bedeutet so viel wie »Erziehe mich!«. In einem Land, in dem bloß die Hälfte der Kinder eine Schule besuchen kann, ist dies mehr als bildungspolitische Rhetorik.
Philip Ziser
Philipp Ziser
Volunteering: Im angelsächsischen Raum ist »volunteering« - es gibt für dieses Wort kein deutsches Äquivalent - gesellschaftlich fest verankert. Die Hilfe der Freiwilligen ist dort selten an Vereine oder Verbände geknüpft. Die Menschen engagieren sich für verschiedene Projekte, oft spontan, meistens zeitlich befristet. Und immer öfter auch im Urlaub. Wer sich dazu entschließt, muss zunächst das geeignete Projekt für sich finden. Dabei helfen zehlreiche Websites. Besonders empfehlenswert sind etwa: www.worldvolunteerweb.org und www.volunteerabroad.com. Einen übersichtlichen Wegweiser durch das Angebot von Organisationen - mit Schwerpunkt auf europäischen Programmen - bietet auch: Elke Gersmann: Volunteering - freiwillig helfen im Urlaub, Reise Know-how Verlag, 2006, 8,90 Euro. Wer sich für einen Einsatz in Burundi interessiert, kann sich etwa an die »Fondation Stamm« wenden. Diese wurde 1999 von der Wiesbadenerin Verena Stamm, die seit 1973 in Bujumbura lebt, gegründet. Die Fondation Stamm kümmert sich um 350 Kinder und Jugendliche, darunter Waisen, Straßenkinder, Vergewaltigungsopfer, allein erziehende Mütter und Aidskranke, in mehreren Heimen im gesamten Land. Informationen: www.fondation-stamm.org Unterstützt wird die Arbeit vom Kölner Verein »burundikids«, den die Architektin Martina Wziontek 2003 nach einer Burundi-Reise ins Leben rief. Das bisher größte Projekt der beiden Partnerorganisationen war der Bau einer Schule für 1000 Kinder. Darüber hinaus beteiligt sich burundikids auch an Projekten wie dem Heim »Centre Uranderera«. Informationen: www.burundikids.org
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