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Dokumentarfilm / USA 2011

Samsara


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Wir alle sind übersättigt durch "spektakuläre Bilder": Es gibt zahllose durchaus beeindruckende Natur-Dokus aus aller Welt, die es auch in deutsche TV-Programme geschafft haben. Wenn da eine Non-Fiction-Produktion antritt, das Publikum aus dem heimischen Sessel sogar ins Kino zu locken, dann ist das also ein ziemlich gewagter Anspruch. Um es gleich vorweg zu sagen: Regisseur Ron Fricke wird diesem Anspruch mit seinem monumentalen "Samsara" absolut gerecht! Das Ergebnis seines in 25 Ländern während der letzten 5 Jahre gedrehten Filmes darf zu Recht in Anspruch nehmen, Bilder zu zeigen, die so wohl noch nie zu sehen waren: Ob asiatische Tempellandschaften, bizarre Naturwunder, Pilgerströme, die sich um die Kaaba in Mekka drehen oder das ameisenhafte Treiben in den großen Metropolen - all diese eigentlich bekannten Ansichten wirken in "Samsara" auf ganz neue Weise. Möglich gemacht hat dies eine aufwändige Technik: Es wurde in dem seltenen 70-mm-Format gedreht, und für die sensationellen Zeitraffer-Aufnahmen wurde eigens eine spezielle Kamera entwickelt. Das erzeugt ein unvergleichliches Kinoerlebnis, bei dem der Zuschauer in einen wahren Bilderrausch gerät. Ohne jeden Kommentar und begleitet von der starken Musik, wird man zum gebannten Zeugen des sich ewig drehenden Rades aus Werden und Vergehen - denn genau das bedeutet das Sankrit-Wort "Samsara". Ein wenig getrübt wird dieser visuelle Trip nur dadurch, dass Ron Fricke daraus "eine geführte Meditation" gemacht hat: In der Mitte des Filmes vertraut er nicht einfach den Bildern, sondern verwebt plakative Sequenzen zu einer Zivilisatonskritik, die vielleicht berechtigt ist, aber gegen die Stärke der gezeigten Bilder etwas flach daher kommt. Trotzdem: Eigentlich sollte dieser Film weltweit Pflichtprogramm in den Schulen werden, denn allein die Schönheit der Natur und der Bauwerke aus allen Kulturkreisen macht jeden Betrachter ein kleines Stück ehrfürchtiger - und auch toleranter.
Michael Schömburg


Start: 23.08.2012, OT: Samsara, Regie: Ron Fricke, 101 Min.
Fazit: Ein atemberaubender Trip durch die Natur- und Kulturwunder dieser Erde, der dank aufwändiger Technik so noch nie gesehene Bilder zeigt.
 
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