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Action / USA 2009
Inglourious Basterds
Die Story: Die französische Jüdin Shosanna hat als junges Mädchen durch den Judenjäger Hans Landa ihre Familie verloren und leitet inzwischen ein Kino in Paris. Ausgerechnet dort soll die Premiere eines Nazi-Propagandafilms stattfinden, bei dem sich die gesamte Führung des Dritten Reiches angekündigt hat. Shosanna plant ein Attentat und bekommt Hilfe vom britischen Geheimdienst und den "Inglourious Basterds", einer Untergrund-Truppe, die sich beim Abschlachten von Nazis einen Namen gemacht hat...
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FÜR FANS VON: Tarantino, "Das dreckige Dutzend", "Ein Haufen verwegener Hunde"
Der Endsieg der Phantasie
Tarantino ist Pop. Und Pop schert sich nicht um Realität, sondern benutzt sie, um sich selbst neu zu erfinden. Mit "Inglourious Basterds" schreibt Tarantino sogar die Historie um (zu Gunsten eines Siegs der Kunst über die Wirklichkeit): Zum Showdown treibt er die gesamte Nazi-Führung dort zusammen, wo er selbst der Herrscher ist: in einem Kinosaal, wo sie durch explosives Filmmaterial dem gerechten Zorn des Regisseurs anheim fallen sollen. Nein, Tarantino will keine Geschichte erzählen - in doppeltem Wortsinn: Er räumt nicht nur mit der Vergangenheit auf, sondern auch mit den Erzähl-Erwartungen derer, die von seinem Rache-Feldzug ein Spektakel voller Schenkelklopfer erwarten. Simple lineare Stories hat das Enfant Terrible des Films ja noch nie geschrieben, aber diesmal tritt der Plot komplett in den Hintergrund: Stattdessen erzählt Tarantino fünf sehr unterschiedliche Film-Kapitel - und gleich das erste ist komplett wider jeden Massen-Geschmack: Statt mit einem Feuerwerk beginnt er mit einer stillen Ouvertüre - der 25-minütigen Befragung eines französischen Bauern durch einen SS-Offizier, hinter dessen kultivierter Langatmigkeit genau jenes quälende System steckt, auf dem die Nazi-Diktatur aufgebaut war. Diese Eröffnung ist bereits der Höhepunkt des Films - dank Christoph Waltz, der den Judenjäger Hans Landa hier zum Niederknien perfide spielt. Erst danach folgt zwei Stunden lang jener Tarantino, den man kennt: In einem Potpourri aus Kriegsfilm, Italo-Western, Melodram und Zitaten-Küche lernen wir dann auch die Nazi-Killer "Inglourious Basterds" (unter Leitung eines schwachen Brad Pitt) kennen. Die geben dem Film zwar den Namen, sind aber selbst nur ein Kapitel in dieser Abfolge aus durchkomponierten Szenen, die Tarantino manchmal urplötzlich mit ein paar MP-Salven wieder ausradiert. Diese fragmentarische Nummern-Revue kommt nur aufmerksamkeits-defizitären, kult-hungrigen Tarantino-Fans vielleicht entgegen, und wahrscheinlich sollte der Film auch gerade nicht "aus einem Guss" sein, aber dass schon im Vorspann ständig die Schrifttype wechselt, wirkt doch arg wie: Achtung! Experiment!. Gewiss, so etwas wie "Inglourious Basterds" hat man noch nie gesehen - aber ein Meisterwerk sieht dennoch anders aus. Nicht nur weil seine Detail-Besessenheit wie schon bei "Kill Bill" wenig echte Gefühle zulässt, sondern auch weil ihm die Raffinesse eines "Pulp Fiction" fehlt. Allzu fiebrig, zersplittert und deshalb ohne Wucht - das überladene Werk eines Film-Freaks, der sich in seiner Narrenfreiheit verirrt und sein Publikum etwas aus dem Auge verloren hat. Womöglich weil in der zarten Popstar-Seele noch die Wut kochte, dass man dem vorherigen Werk ("Grindhouse") nicht die gebührende Begeisterung entgegenbrachte? Dann Gnade uns Tarantino falls dieser Film auch kein Erfolg wird!
Michael Schömburg
Fake-Trailer zum fiktiven Propagandafilm "Stolz der Nation" mit Daniel Brühl als Frederick Zoller:
Frederick Zoller (Daniel Brühl) trifft in einem Café auf Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent):
Quentin Tarantino stellt den deutschen Nazikiller Sgt. Hugo Stiglitz (Til Schweiger) vor:
Hier drei neue Clips:
Hier der neueste Trailer, der Drehbilder vom Set mit Quentin Tarantino zeigt:
Video-Tipp: "Inglourious Basterds" Kino-Trailer







